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March for Science in Leipzig – "Jetzt sind Politik, Medien und Wissenschaftler gefragt"

Die gbs Leipzig hat an der Planung, Durchführung und Finanzierung des March for Science mitgewirkt und wird dies auch in Zukunft im Falle einer Fortsetzung der M4S-Bewegung tun. Das Organisationsteam des March for Science in Leipzig hat am Tag nach der Demonstration folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Pressemitteilung vom 23.04.2017

"Es war ein deutliches Zeichen, dass die Leipziger Bürger gestern gesetzt haben!", sagt Birte Sedat von den Organisatoren des "March for Science Leipzig”.  Laut Zählung der Polizei haben gestern 1.100-1.200 Menschen in der Leipziger Innenstadt für die Bedeutung und die Freiheit von Wissenschaft demonstriert. "Nun sind Politik, Medien und Wissenschaftler gefragt, auf den Appell zu reagieren, denn an sie hat sich der Marsch gewandt!"

Professor Dr. Frank Gaunitz ergänzt: "Die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft müssen sich überlegen, wie wichtig Ihnen eine freie Forschung ist. Hierzu muss der weitere Stellenabbau, beispielsweise an Universitäten, gestoppt und die Grundfinanzierung erhöht werden, nicht zuletzt auch, um die Abwanderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verhindern.

Bislang standen der Marsch selbst und seine Organisatoren im Fokus der Medien. Doch die Medien sind nun ebenfalls gefragt. Maximilian Steinhaus: "Die Medien müssen einerseits am Ball bleiben und beobachten, ob und wie die Politik reagiert. Zum Anderen müssen sie auch verinnerlichen, dass "Fakten-Checks" keine Sonderrubriken im Programm sein dürfen, sondern tagtägliches Handwerkszeug einer kritischen Berichterstattung."

Bedauernswert ist, dass die Medien den Marsch der Bürger für die Wissenschaften überwiegend umgedeutet haben in einen Marsch der Wissenschaftler. Martin Meschkat: "Wir haben mehrfach erklärt, dass zwei Drittel des Organisationsteams keine Wissenschaftler sind und auch nicht nur Wissenschaftler aufgerufen sind, sondern alle Menschen, denen Fakten statt "gefühlter Wahrheiten” am Herzen liegen. Da die Medien dies verkannt haben, sind die Berichte fast schon selbst als "Fake News” zu bezeichnen, obwohl doch gerade dagegen demonstriert werden sollte.”

Privat-Dozentin Dr. Renate Matzke-Karasz: "Gefragt sind aber auch die Wissenschaftler: Sie sollten mutiger sein und sich öfter in den öffentlichen Debatten zu Wort melden und auf Fakten hinweisen, wo "gefühlte Wahrheiten" den Diskurs bestimmen."

Zur Frage, wie es nun nach dem Marsch weitergeht, zeigt sich das Organisationsteam optimistisch. Maik Hoffmann: "Die Graswurzelbewegung hat schon einmal gezeigt, dass sie funktioniert, nämlich als sie es schaffte, dass überhaupt weltweit in über 600 Städten zugleich demonstriert wurde. Wir sind zuversichtlich, dass sich bei uns wieder viele Menschen melden mit Ideen für die Zukunft."

Die Organisatoren danken den Rednern für Ihre Redebeiträge und den Sponsoren – der Giordano-Bruno-Stiftung sowie dem Studierendenrat der HTWK – für ihre Unterstützung.